|
Weinregionen von Ungarn
In den vergangenen Jahrzehnten wurde Ungarn hinsichtlich seiner Anbaugebiete in 22 Weinbauregionen zerstückelt, doch erfolgte die Einteilung in größere Regionen bereits hundert Jahre zuvor. Heute eröffnet sich erneut die Gelegenheit zur Bildung von Weinbauregionen, wobei das System der Weinbauregionen durchaus noch formbar ist und seine endgültige Gestalt erst in vielen Jahren gewinnen dürfte, weswegen auf der Landkarte von borportal.hu das Land in sieben Großregionen eingeteilt ist. 
Ganz Transdanubien wurde im 19. Jahrhundert weinbautechnisch noch als ein einziger Bezirk gehandhabt, der sich größtenteils den Komitatsgrenzen folgend in elf Weinbauregionen gliederte. Eine Ausnahme hiervon bildete der Balaton (Plattensee), zumal die Anbaugebiete rund um den See unabhängig von den Komitatsgrenzen eine einheitliche Weinregion darstellten. Wir unterteilten Transdanubien unter Weinbau-, Tourismus- und Wirtschaftsaspekten in vier Regionen: das auf kalkhaltigen Böden vornehmlich Weißweine hervorbringende nördliche Transdanubien, das als Rotweinregion bekannte südliche Transdanubien mit seinen dominierenden Lössschichten, den Balaton sowie Sopron, das zahlreiche Gemeinsamkeiten mit dem Burgenland aufweist. Die in der östlich der Donau gelegenen Hälfte Ungarns vorzufindenden Weinbauregionen wurden von uns in drei große Regionen unterteilt: Tiefebene, Eger, Tokaj. Zwischen Donau und Theiss erstreckt sich die Tiefebene mit drei zusammenhängenden, über ähnliche Gegebenheiten verfügende Weingegenden, einst für ihre leichten Sandweine bekannt. Die Weingegenden Mátraalja, Eger und Bükkalja fassten wir unter dem Namen Eger in einer Region zusammen. Trotz ihres unterschiedlichen Rufs und Bekanntheitsgrads weisen die drei zusammenhängenden Gebiete nämlich zahlreiche Gemeinsamkeiten auf. Alle drei liegen an den südlichen Ausläufern von Mátra und Bükk, ihre Böden bestehen aus Ryolithtuff vulkanischen Ursprungs bzw. aus Kalk. Die Rebsortenstruktur ist ähnlich, es finden sich gleichermaßen rote und weiße Sorten, wobei der bekannteste Wein der Region Egri Bikavér [Erlauer Stierblut] ist. Im 19. Jahrhundert bildeten Mátraalja und Eger auch offiziell eine Region, im Gegensatz zur Miskolcer Weingegend, die sich damals eines beachtlichen Rufes erfreute und separat gehandhabt wurde. Tokaj mit seiner spezifischen Sortenstruktur und seinen naturbelassenen edelsüßen Weinen repräsentiert einen derart einzigartigen Stil, dass wir eine Zusammenlegung mit einer anderen Weingegend nicht für angebracht hielten. Nichtsdestotrotz böte sich für die Weingegenden im Nordosten Ungarns eine passende Bezeichnung, wenn man berücksichtigt, dass bereits vor vielen hundert Jahren die nördlich der Tiefebene gelegenen Gebirgsregionen einheitlich als Oberungarn bezeichnet wurden.
|